Das sollte wirklich jeder Mensch lernen dürfen

Krankheit, Anspannung, Unwohlsein und Unausgeglichenheit verstehe ich nicht einfach als Abwesenheit von Gesundheit, sondern als Prozess eines gesunden Systems, der auf Unstimmigkeiten hinweist. Diese gilt es zu erkennen, anzunehmen, zu verstehen, zu korrigieren und zu entspannen, damit Heilung, Entwicklung und Entfaltung geschehen kann.

Stagnation bringt das psychische und das physische System aus dem Gleichgewicht. So wie Wasser schlecht wird, wenn es nicht fliessen kann, machen unterdrückte Emotionen, Impulse, die nicht weise kanalisiert, sondern ignoriert oder unkontrolliert ausagiert werden, oder Gedanken, die zu starren Glaubensmustern geworden sind, krank. Alles muss im Fluss sein. Um zu erfahren, was den Fluss blockiert, braucht es die Offenheit und das Können, vom inneren Wissen zu lernen, das unter bestimmten Bedingungen zugänglich wird.

Das wichtigste Element für den Fluss ist die Verbindung. Wo Verbindung verloren geht, wird das natürliche Gleichgewicht gestresst. Es entsteht Verengung, Stagnation, Starrheit und Krankheit. Die verlorene Verbindung kann verschiedene Bereiche betreffen. Viele Menschen haben die Verbindung zum Körper, zum Fühlen, zur Welt, die sie umgibt, zur Freude, zum gegenwärtigen Moment, zur Lebendigkeit, zur natürlichen Welt, zu Pflanzen, Steinen und Tieren, zum Geist des Wassers und des Windes, zu ihren Bedürfnissen und Träumen, ihrem Potenzial, zur in ihnen liegenden Weisheit, zu anderen Menschen, zu höher schwingenden Wesen, zum eigenen Selbst und zur Seele verloren. Da den meisten gar nicht bewusst ist, was sie verloren haben, braucht es die Hilfe des inneren Wissens, das Zugang zu diesen Informationen hat.

Schon als Kind wusste ich mit Bestimmtheit, dass es dieses innere Wissen gibt – als unverzichtbare Ergänzung zum Wissen, das von aussen vermittelt wird. Die Frage war nur, wie wir Zugang dazu bekommen und wie wir das innere Wissen verstehen und ihm vertrauen können. Seit mehr als 20 Jahren beschäftige ich mich aktiv mit dieser Frage, um vom inneren Wissen zu lernen, welche Verbindungen wir verloren haben und eigentlich schmerzlich vermissen, was uns blockiert und was wir für unsere Heilung und für die Heilung des Planeten brauchen. Inzwischen weiss ich: Es braucht Entspannung, das Spüren des eigenen Körpers, das Stillwerden des Geistes, die Ausdehnung des Bewusstseins und die Aktivierung aller Arten von Wissen: Denken, Wahrnehmen, Fühlen und Imagination.

Im Lauf der Jahre habe ich verschiedene Methoden gefunden, erlernt und weiterentwickelt, die dabei helfen, Zugang zum inneren Wissen zu bekommen. Dazu gehören die Rosen-Methode Körperarbeit, Noetic Field Balancing, Compassionate Inquiry, körperzentriertes Coaching, Meditation und Tiefenimagination. Je nach Person, ihren Fähigkeiten und der konkreten Fragestellung arbeite ich mit anderen Zugängen. Oft braucht es eine Weile, bis der Zugang – also Entspannung, das Spüren des Körpers, das Stillwerden des Geistes, das Empfangen innerer Bilder usw. – möglich wird. Das innere Wissen, das auf diese Weise zugänglich wird, ist ein Wissen, das oft zeitlos scheint, uralt oder aus der Zukunft, aufgestiegen aus ungeahnten Tiefen des Unterbewusstseins und gleichzeitig ganz einfach und uns am nächsten. Es ermöglicht Heilung, Befreiung, Entwicklung und Entfaltung.

Lernen zu dürfen, Zugang zu diesem inneren Wissen zu bekommen, es zu verstehen, ihm zu vertrauen und es anzuwenden, ist wichtiger denn je. Alle sollten das lernen dürfen, um nicht abhängig zu sein von dem, was uns von aussen als der gute und erstrebenswerte, vielleicht sogar einzige Weg vorgelebt, geraten, gepredigt, gelehrt und unterstützt wird. Gerade in Zeiten, in denen neben Arzt, Therapeutin, Coach, Nachbarin, Kolleginnen, Eltern und Freunden auch das Internet und die KI befragt werden – und auch viele Ratschläge ungefragt erteilt werden, halte ich es für unbedingt notwendig, den Zugang zum inneren Wissen zu üben. Es braucht ein Gegengewicht zu dieser Orientierung im Aussen, in der man sich in Tausenden von Möglichkeiten und Angeboten leicht verlieren kann.

Um Vertrauen in das innere Wissen zu entwickeln, müssen konditionierte Stimmen im Kopf, Glaubenssätze oder unverarbeitete Emotionen von zum Teil weit zurückliegenden Erlebnissen als solche erkannt und richtig eingeordnet werden. Sie sind alte Wegweiser, die nicht mehr helfen. Die meisten Menschen, mit denen ich arbeite, erleben früher oder später Momente, in denen der Zugang zum inneren Wissen offen ist und sie Antworten auf ihre Fragen, innere Führung, Heilung und Klarheit finden. Mit der Zeit wächst auch das Vertrauen in diese Art von Information, die subjektiv erlebt wird.

Manche Themen erfordern Umsetzung, und die ist meistens nicht ganz einfach. Oft liegt es daran, dass wir (noch) nicht in einer Welt leben, die auf den Grundlagen der lebendigen inneren Weisheit, des Fliessens, des weisen Herzens und der Verbundenheit aufbaut. Stattdessen sind wir umgeben von Menschen und Systemen, die einzig den limitierten Fähigkeiten des Denkens vertrauen, das oft in starren Glaubensmustern gefangen ist und Auswirkungen traumatischer Erfahrungen sowie fehlende Verbindung nicht als solche erkennt. Das linear-logische oder rationale Denken hat seinen berechtigten Platz unter allen Arten von Wissen. Es kann andere Arten von Wissen, inneres Erleben und erweiterte Bewusstseinszustände aber nicht ersetzen.

Auch wenn wir noch nicht in einer Welt der Verbundenheit, des weisen Herzens und des Fliessens leben, sind Heilung, Entwicklung und Entfaltung möglich. Fast täglich erzählen mir Klientinnen und Klienten, dass sie schon viel besser wahrnehmen können, was sie wirklich brauchen, wann die Energie fliesst, was ihnen guttut, was sie blockiert, was ihnen fehlt, wann sie aus der Verbindung fallen oder diese verweigern, warum sie unausgeglichen sind und woher ihre Emotionen kommen. Sie verstehen immer besser, wie sie gut zu sich schauen und Verantwortung für ihre psychische und physische Gesundheit und die Gesundheit des Planeten übernehmen können. Diese Fähigkeit ist eine Lebensgrundlage, die allen zustehen sollte, aber leider vielen fehlt.

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