Potenzialentfaltung, Lebendigkeit, Freude

Potenzialentfaltung, Lebendigkeit und Freude. All das liegt mir bei meiner Arbeit sehr am Herzen. Potenzialentfaltung beginnt am Anfang des Lebens, und die Umgebung, in der ein Kind aufwächst hat einen grossen Einfluss darauf. Schon zu Beginn des Lebens ist das gesamte Potenzial eines Menschen in ihm angelegt, so wie es im Samen oder im Kern einer Pflanze angelegt ist. Und wie bei einer Pflanze hängt es auch beim Menschen von den Bedingungen ab, die gegeben sind oder eben nicht, ob und wie sich das angelegte Potenzial entfalten kann. In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass es nie zu spät ist: Auch wenn die Bedingungen in der Kindheit nicht günstig waren und sich vieles von dem vorhandenen Potenzial nicht entfalten konnte, kann das später noch passieren. Der spätere Weg ist oft schwieriger und dauert länger, aber es ist immer möglich, dem innewohnenden Potenzial – dem Kern – zu begegnen und zu lernen, welche Bedingungen unsere Natur braucht, um ihr ganzes Potenzial zu entfalten, ihren Platz in der Welt voll einzunehmen und ihren Beitrag zu leisten.

Am Anfang dieser Reise zu sich selbst zeigen sich oft die Schmerzpunkte. Es wird klarer, welche Anstrengungen in der Vergangenheit nötig waren, sich an widrige Bedingungen anzupassen, um emotional und/oder physisch zu überleben, dazuzugehören, erfolgreich zu sein und die gesellschaftlich vorgegebenen Plätze und Aufgaben anzunehmen. Doch irgendwann ruft der Kern nach Aufmerksamkeit. Bei vielen passiert das im Jugendalter oder – wenn er dann nicht gehört werden kann, weil die nötige Begleitung und Unterstützung fehlt – in der Mitte des Lebens und manchmal auch irgendwo mitten auf dem Weg, ausgelöst durch Symptome, die unangenehm genug sind, sich wichtige Fragen zu stellen.

Auch ich wurde gerufen. Mein inneres Kind, die kleine Milena, in ihrer Natur voller Energie, Lebendigkeit und Kraft, mit allem um sich herum in stetem telepathisch-energetischem Informationsaustausch, rief mich, sobald ich ein bisschen Raum für sie hatte. Das war, als ich meine erste Ausbildung abgeschlossen hatte und zu Hause ausgezogen war. Die kleine Milena brauchte Hilfe. Durch widrige Bedingungen war sie leer geworden, ernst, traurig, pflichtbewusst, unsicher und verschlossen. Sie hatte gelernt, dass es draussen in der Welt darum geht, irgendwie in diese vorgegebene Welt zu passen. Ihre eigene Welt und die feinen Wahrnehmungen und Gefühle versuchte sie zurückzuhalten. Die Energie in der Herzregion, die sie rief und die etwas von einer Lebensaufgabe und einer neuen Welt erzählte, lernte sie zu unterdrücken und alleine damit zurechtzukommen. Um die Herausforderungen des Lebens zu meistern, hatte sie ihre Verbundenheit mit ihrem geistigen Team, den steten Informationsaustausch mit ihrer natürlichen Umgebung, den Pflanzen, den Tieren, den Steinen, dem Himmel, den Sternen, den Räumen und Wesen um sie herum aufgegeben. Damit hatte sie aber auch ihre Lebendigkeit, ihre Freude und viel von ihrer Kraft verloren. Sie hatte sich auf die unmittelbaren Probleme im Hier und Jetzt zu konzentrieren, und davon gab es mehr als genug.

Aufgrund der Geschichten, denen ich bei meiner Arbeit begegne, gehe ich davon aus, dass ich nicht die Einzige bin, der es so oder ähnlich ging und geht. Nicht gesehen zu werden, die authentische, feine und verbundene Natur nicht anerkennen zu können – das verursacht viel Leid. Ohne professionelle Unterstützung, um das Spannungsfeld zwischen innerem Ruf und äusseren Erwartungen zu lösen, kann das so unerträglich werden, dass tiefe Traurigkeit, Wut, körperliche Symptome, Suchterkrankungen oder der Wunsch zu sterben entstehen.

In meiner Beziehung zu der kleinen Milena ging es viele Jahre darum, ihre Situation zu verstehen, die Welt mit ihren Augen zu sehen, ihre Gefühle zu spüren und ihr immer wieder mit Liebe, Verständnis und Mitgefühl zu begegnen. Das entspannte mein empfindlich gewordenes Nervensystem mehr und mehr. Irgendwann war ich dann bereit, der Freude zu begegnen, von der ich bis dahin geglaubt hatte, dass sie oberflächlich und unwichtig sei. Doch plötzlich waren da Menschen, und ganz besonders einer, die mit der Frequenz der Freude richtig gut konnten (und können) und meinen inneren Ruf kein einziges Mal infrage stellten. Das waren genau die Zutaten, die für die Heilung meines inneren Kindes noch gefehlt hatten.

Und dann, eines Tages, zeigte sich die kleine Milena bei einer Reise zum inneren Kind in ihrem vollen Potenzial, mit prallen, vor Kraft strotzenden Ärmchen und ihrem energiegeladenen Blick, der tiefe Freude ausstrahlte. Sie verkörperte Lebendigkeit bis in die letzte Zelle. Voller Stolz stellte sie mir alle ihre Freunde vor: den Himmel, die Sterne, den Tannzapfen, die Bäume, einfach alles, was sie umgab. Sie zeigte mir, wie sie mit allem verbunden war, und erklärte mir, dass das so sei, weil irgendeinmal alles eins gewesen sei. Und weil alles einmal eins gewesen sei, sei alles um sie herum mit ihr verbunden und wie sie selbst von dieser ursprünglichen Einheit durchzogen. Also sei es ja ganz selbstverständlich, dass sie und somit auch ich als erwachsene Milena in einem ständigen Energieaustausch bzw. Dialog mit meiner Umgebung stehe. Diesen Austausch könne ich bewusst wahrnehmen, indem ich mich auf eine der Verbindungen konzentriere. Diese Möglichkeit der direkten Kommunikation war mir zu diesem Zeitpunkt bereits vertraut, doch meine Fähigkeiten sind in den letzten Jahren noch deutlich besser geworden.

Alle Menschen haben das Potenzial, die Verbindung mit ihrer Umgebung bewusst wahrzunehmen und in einen Dialog zu treten: mit ihrem geistigen Helferteam, mit dem Haus, in dem sie wohnen, den Pflanzen, dem Himmel, dem Baum, dem Garten, dem Hund, der Katze, der Amsel, dem Käfer, dem Edelstein, den sie gerne kaufen würden usw. Wenn solche Dialoge geführt werden, entstehen Beziehungen. Räume, Pflanzen oder auch Steine, mit denen wir sprechen, nehmen wir lebendiger wahr, und auch die Verbindung zu unserem geistigen Helferteam wird kraftvoller und klarer, wenn wir sie bewusst erleben und pflegen.

Von der kleinen, noch verbundenen Milena lernte ich, dass es ein Teil meiner Aufgabe, die ich mit in dieses Leben genommen hatte, ist, Menschen dabei zu helfen, diesen verloren gegangenen Dialog wieder aufzunehmen und die ihnen innewohnende Natur zu erkennen, ihr Potenzial zu entfalten, ihre Lebensaufgabe zu finden, ihre tiefste Freude wiederzuentdecken und Sinn, Lebendigkeit und Gesundheit zu erfahren. Angetrieben von der Frage, wie ich diese Aufgabe am besten erfüllen und das in mir angelegte Potenzial entdecken und entfalten kann, begab ich mich auf eine innere Reise und fand etwas für mich ganz Neues. Im nächsten Blogbeitrag erzähle ich dir davon.

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