Schöpferin und Schöpfer

Menschen leben in zwei Welten. Und beide sind wichtig. Die perfekte und die nicht perfekte Welt. Anders ausgedrückt: Die Welt des Mangels und die Welt des Vollkommenseins.

Sitze ich in der Welt des Mangels, sehe ich, was ich alles noch nicht bin und noch nicht habe. In meinem Herzen aber, oder am Fenster, ahne ich die vollkommene, glückliche Welt, was den Schmerz des Unvollkommenfühlens noch verstärkt. Aus diesem Schmerz entsteht, im besten Falle, und wenn er mich nicht blockiert, der Wunsch nach Vollkommenheit oder wenigstens nach Besserung.

Infolgedessen treffe ich alle meine Entscheidungen aufgrund der Annahme, dass ich unvollkommen bin und noch ganz werden müsse. Alles, was ich in meinem Leben habe, die Freunde, die Arbeit, die Beziehung sollen mich vollkommen machen.

Und wenn ich etwas oder jemanden gefunden habe, der mich vollkommen fühlen lässt, lebe ich in der ständigen Angst, es zu verlieren.

Das ist kein Leben, und darum wechsle ich in solchen Momenten gerne vom Fensterplatz zum Platz im Leben.

Ich gehe in mein Herz, das weiss und hole zu mir, was ich vorher am Fenster erahnt habe. Ich erinnere mich. Ich fühle meine Vollkommenheit. Einen Moment lang ist es vielleicht in erhabenes Gefühl, weil ich nichts und niemanden brauche, um vollkommen zu sein. Das ist pure Freiheit.

Einige Menschen bleiben hier stecken, weil sie den nächsten Schritt nicht erleben wollen und vor allem, weil sie nicht wissen, dass es danach noch etwas Besseres gibt als die Freiheit, die eigentlich keine Freiheit ist, weil sie uns trennt von der Welt, die nicht vollkommen ist, uns aber ermöglicht, Schöpferin und Schöpfer zu sein.

Ich gehe diesen Schritt. Ich mag ihn. Uns so erlaube ich mir zu spüren, dass ich mir, obwohl ich mich vollkommen und frei fühle, eine sinnvolle Arbeit, inspirierende Freunde, eine friedvollere, fairere Welt und eine liebevolle Beziehung wünsche.

Aus der Welt des Vollkommenseins bin ich nun am perfekten Ort, um Schöpferin zu sein.

Ich treffe meine Entscheidungen nicht mehr aus einem Gefühl des Mangels heraus, sondern aus einem Ort der Fülle und des Vollkommenseins.

Ich schaue aus meinem Fenster zur Welt. Ich sehe mit meinem weisen Herzen die Welt, wie sie sein könnte, ja, wie sie im Innersten schon ist, und ich entscheide mich, meinen Teil dazu beizutragen, dass sie auch nach aussen so werden kann. Ich werde Schöpferin und Schöpfer zusammen mit vielen anderen Schöpferinnen und Schöpfern. Wir sind viele, und wir sind stark.

Und trotzdem wünsche ich mir, dass wir noch mehr wären.

Neben der Motivation, Menschen den Weg ins Gleichgewicht und den Zugang zu ihrem Potenzial zu ermöglichen, kommt von hier meine dritte, tiefe Motivation: Teams, Einzelpersonen und Paaren Wege aufzuzeigen, wie sie, weder vom Gefühl des Unvollkommenseins blockiert noch im Sichvollkommenfühlen stecken bleiben, sondern den Schritt wagen, aus einer inneren Vollkommenheit heraus der Unvollkommenheit zu begegnen und schöpferisch zu sein.

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