So bekommt das logisch-lineare Denken Unterstützung

Wenn meine Klientinnen und Klienten Dinge sagen wie: «Es fühlt sich an wie ein Deckel auf dem Kopf», «Der Schmerz drückt auf die Augen», «Es schnürt mir den Hals zu», «Mein Herz schlägt wie verrückt», «Es ist wie ein Schlag in die Magengegend», «Da ist Wut in meinem Bauch», «Das hat mir den Boden unter den Füssen weggezogen» oder einfach «Ich weiss nicht mehr, was ich tun soll» und das logisch-lineare Denken überfordert ist, denke ich sofort an die Energiezentren, auch bekannt als Chakren Je nach Perspektive gibt es sieben, acht oder zwölf Chakren. Die sieben Hauptchakren befinden sich entlang der Wirbelsäule an verschiedenen Punkten vom Steiss bis zum Scheitel, jeweils in der Körpermitte. Das Wort «Chakra» kommt aus dem Sanskrit und bedeutet «Rad», da die Energie dieser Energiezentren sich kreisförmig bewegt. Dass diese Energien frei fliessen und ihre Kraft entfalten können, ist wichtig für unsere emotionale und körperliche Gesundheit und für eine gesunde Potenzialentfaltung. Jedes Energiezentrum hat ein Bewusstsein und kann das logisch-lineare Denken unterstützen, wenn es darum geht, die Abenteuer des Lebens erfolgreich zu bestehen, Krankheiten zu überwinden, Selbstbewusstsein zu entwickeln, sich an die Seelenaufgabe zu erinnern und Lebendigkeit zu erfahren.

Der promovierte Psychologe und Psychotherapeut Eligio Stephen Gallegos (Steve) hat eine Methode entwickelt, die es möglich macht, mit den Energiezentren in Kontakt zu treten, zu erfahren, wie es der jeweiligen Energie geht, was sie braucht, um frei fliessen zu können und welche noch nicht geheilten Erfahrungen ihren Fluss blockieren. Ich hatte das Glück, sechs Monate intensiv mit Steve zusammenzuarbeiten, bevor er am 14. August 2023 seine letzte Reise antrat und ich die dreijährige Ausbildung in Personal Totem Pole Process (PTPP)/Tiefenimagination mit seiner Frau Mary weiterführte.

Für eine Tiefenimaginationsreise zu einem Energiezentrum führe ich meine Klientinnen und Klienten in eine tiefe Entspannung und bitte sie, den Fokus auf eines der Energiezentren zu richten. Danach bittet die Klientin innerlich darum, diese Energie kennenlernen zu dürfen. Das Unterbewusstsein übersetzt diese Energie daraufhin in ein Bild – oft ist es ein Tier, manchmal zeigt sich aber auch ein Baum oder ein Fluss, eine Form, eine Farbe oder auch einfach eine Körperwahrnehmung, mit der die Klientin nun in Kontakt treten kann.

Durch viele begleitete und unbegleitete Tiefenimaginationsreisen habe ich zu all meinen Energiezentren eine gute Beziehung aufgebaut. Ich mag sie. Am liebsten mag ich mein Wurzelchakra-Tier, eine Schildkröte. Sie ist uralt und weise. Wenn ich mich ihr zuwenden will, fokussiere ich mich auf die Region am unteren Ende der Wirbelsäule. Wie Kassiopeia in Michael Endes «Momo» weist die Schildkröte mir den Weg, wenn ich es brauche und zulasse. Wenn ich den Boden unter den Füssen verliere oder es mir irgendwie unwohl ist, frage ich als Erstes meine Schildkröte, wie es ihr so geht.

Mein Energiezentrum im Bauch, das Sakralchakra, ist seit Langem ein wunderschöner Hirsch. Wenn es ihm gut geht, hat er eine stille, kraftvolle Präsenz, die sich in meinem Bauch ausbreitet und die ich sehr angenehm finde. Mein Energiezentrum beim Solarplexus ist ein Adler. Anfangs war er angekettet und trug eine Haube, die seine Augen bedeckte. Seit es mir gelungen ist, ihn zu befreien, hilft er mir immer wieder dabei, die Dinge aus der Vogelperspektive zu betrachten. Von weit oben hat er die Übersicht, und manchmal sieht er auch in die Zukunft.

Meine Herzenergie zeigt sich immer wieder anders. Anfangs als riesige Schlange aus den heiligen Tempeln, die viel über Heilung wusste. Später wurde sie zu einem Wesen, das ich als Maria-Figur beschreiben würde. War sie im Gleichgewicht, wurde aus ihr eine Meisterin der bedingungslosen Liebe. Einmal zeigte sich die Herzenergie auch als bunter Eichelhäher, der meine tiefe Verbundenheit mit der Natur betonte. Ein Energiezentrum kann also verschiedene Facetten haben und sich in unterschiedlichen Bildern ausdrücken. Mein Halschakra erscheint immer in lichtvollem Weiss. Mal als Pferd, mal als Pegasus, als Taube, als Hase oder als Löwe – je nachdem, in welcher Facette sich diese Kraft zeigen oder auf welches Problem sie hinweisen will. Die Konstante ist das leuchtende Weiss, mit dem ich Kontakt aufnehmen kann, wenn mir etwas im Hals stecken geblieben ist, ich einen Kloss im Hals habe, Angst habe zu sprechen oder die Verbindung zwischen Kopf und Herz unterbrochen ist. Mein Energiezentrum bei der Stirn, auch als Drittes Auge bekannt, zeigt sich gern als stehender Stein, wie wir es aus Stonehenge kennen. Ist diese Energie frei, ist sie unglaublich stark, klar und ausgerichtet. Mein Kronenchakra zeigt sich oft als blauer Schmetterling. Ihn kontaktiere ich zum Beispiel, wenn ich meine spirituelle Anbindung an alles Lebendige im Universum stärken möchte.

Wenn mein logisch-lineares Denken Unterstützung braucht, schliesse ich die Augen, atme bewusst ein und aus und entspanne mich. Dann rufe ich all meine Energien, um mir zu helfen. Sie bilden vor meinem inneren Auge einen Kreis. Dort fliesst das Bewusstsein all meiner Energiezentren zusammen. Während mein Körper entspannt ist und das logisch-lineare Denken ruht, wird dort besprochen, was jetzt passieren soll. Meine Chakren zeigen mir auf, was Heilung, Entspannung oder Aufmerksamkeit braucht, um die Klarheit zu finden, die das Denken allein nicht gefunden hat. Und wenn es mir einmal schwerfällt, den Fokus zu halten, weil das Denken zu aktiv ist, bitte ich eine/n meiner Tiefenimaginationskolleginnen und -kollegen, mich auf eine Reise zum «Council of the Animals», wie Steve diesen Kreis genannt hat, zu begleiten.

Eligio Stephen Gallegos beschreibt diese Methode in seinem Buch «The Personal Totem Pole Process: Animal Imagery, the Chakras and Psychotherapy», erschienen 2012 bei Moon Bear Press.

Kontakt

Share This