Vier Arten von Wissen
Um gesund und ausgeglichen zu sein, um in die eigene Ganzheit wachsen zu können und der ureigenen Natur ihre volle Entfaltung zu ermöglichen, braucht der Mensch den Input aller vier Arten des Wissens. Die vier Arten des Wissens sind: Denken, Wahrnehmen (mit allen fünf Sinnen), Fühlen, Imagination. Idealerweise arbeiten die vier Arten des Wissens harmonisch und gleichberechtigt miteinander.
In mehr als zwanzig Jahren Arbeit als Körpertherapeutin und Traumainformierter Coach habe ich beobachtet, dass bei meinen Klientinnen und Klienten das logische Denken – mehr oder weniger stark – dominiert, während andere Arten von Wissen verkümmert sind. Das Wissen durch Wahrnehmen, das Erleben der Umgebung mit allen fünf Sinnen, darf bei vielen stärker und vielseitiger genutzt werden, um sich in der Welt ganz zu Hause zu fühlen. Das Wahrnehmen mit allen Sinnen wie es auch in der Achtsamkeit gelehrt wird, hilft dabei, mehr im Moment zu leben, das Denken zu entspannen und das Nervensystem zu regulieren. Beim Wissen durch Fühlen sind viele unsicher. Die wenigsten wissen, wie sie mit unangenehmen Gefühlen umgehen sollen, wofür diese da sind und was man von ihnen lernen kann. Auf die Frage, was sie glücklich macht, suchen viele Menschen die Antworten im Denken, anstatt das Wissen durch Fühlen miteinzubeziehen und ihm zu vertrauen. Aus Überforderung vermeiden oder verdrängen viele ihre unangenehmen, aber auch die besonders feinen und hellen Gefühle für Schwingungen, Frequenzen, Stimmungen usw. Das Fühlen ist subjektiv, und viele Menschen haben Schwierigkeiten einem Wissen zu vertrauen, für das es keine objektive Erklärung gibt, sondern einfach «nur» die Gewissheit: Ich weiss es, weil ich es so fühle. Die Imagination als weises inneres Wissen ist bei vielen verkümmert oder wird gerne als blühende Fantasie oder Träumerei abgetan und mit Wunsch- oder Katastrophendenken verwechselt. Nur selten wird die Imagination wirklich respektiert. Die vom logischen Denken dominierte Imagination – wie das Vorstellen eines vorgegebenen Bildes in der aktiven Entspannung oder im Mentaltraining (z.B. im Sport) – ist fast allen vertrauter als die freie Imagination, die als innere Weisheit zu uns spricht, sich in inneren Bildern, spontanen Visionen oder Träumen zeigt und die Antworten auf viele persönliche und komplexe Fragen des Lebens kennt. Intuition kann sich aus der Sicht des jungianischen Psychologen Eligio Stephen Gallegos PhD über alle Kanäle melden, also über das Denken, das Wahrnehmen, das Fühlen und die Imagination, wird aber viel zu selten gelehrt und geübt. Ich teile diese Ansicht.
Es war eine grosse Erleichterung für mich, als mir bewusst wurde, dass ich in erster Linie über das Fühlen funktioniere. Wenn ich etwas weiss, dann, weil ich es fühle. Und wenn ich etwas wirklich verstehen will, dann muss ich es fühlen können. Dieses Wissen hat mir dabei geholfen, mich selbst besser verstehen. Mein ganzes System, mein Körper, meine Seele und mein Geist, wurde ausgeglichener, stärker und lebendiger, nachdem ich gelernt hatte, alle vier Arten des Wissens zu aktivieren und ihnen zu vertrauen.
Ähnliches beobachte ich seit Jahren bei meinen Klientinnen und Klienten. Am Anfang ist vielen vor allem das Denken und das Verstehen durch Denken vertraut. Doch das Verstehen einer Situation allein heilt die Wunden in den meisten Fällen nicht. Menschen, die zu oft in spannungsgeladenen, reizüberfluteten, lauten und unangenehmen Umgebungen waren, haben sich abgewöhnt, ihre Umgebung wirklich wahrzunehmen. Bei mir lernen sie, wieder ganz im Moment anzukommen, indem sie die Umgebung mit allen Sinnen wahrnehmen. Danach geht es tiefer zum Fühlen, und manchmal sind sie dann auch offen für die weise Welt der inneren Bilder. Wenn alle Arten von Wissen beteiligt sind, geht Heilung schneller. Und auch der Alltag wird ausgeglichener.
Stärkung der vier Arten von Wissen:
Einzelcoaching: Mit der Methode der Tiefenimagination können alle Arten von Wissen erkundet und die Beziehung dazu vertieft werden.
Für Gruppen: Es ist immer wieder eine schöne Reise, wenn ich die vier Arten von Wissen in einem Referat oder einem Workshop vorstellen, das Bewusstsein für sie wecken und vertiefen darf und aufzeigen kann, wie sie gleichberechtigt und harmonisch zusammenarbeiten können.


